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Entwicklung und gesetzliche
Grundlagen der Gesundheitsförderung
 

  Einführung
  Internationale Entwicklung der Gesundheitsförderung
  Die Europäische Union als Akteur der Gesundheitsförderung
  Gesundheitsförderung in Deutschland
  Gesundheitsförderung auf Bundesebene
  Gesundheitsförderung auf Länderebene
  Gesundheitsförderung auf Kommunalebene

 

Einführung

Die internationale und nationale Entwicklung der Gesundheitsförderung steht in enger Wechselwirkung mit der Entwicklung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union (EU). Der Prozess wird einerseits durch die seit den 1970er Jahren entstehenden sozialen Bewegungen vorangetrieben, andererseits durch die Weiterentwicklung institutioneller Strukturen. Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Perspektive auf Gesundheit von der individuellen Ebene mit ausschließlich medizinischem Fokus zu einer intersektoralen, bevölkerungsbezogenen Perspektive herausgebildet.

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Internationale Entwicklung der Gesundheitsförderung

Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (vgl. Abb. 1). Sie wurde 1948 in Genf gegründet und bearbeitet alle gesundheitspolitischen Fragestellungen mit dem Ziel, der Bevölkerung in allen 194 Mitgliedsstaaten den bestmöglichen Gesundheitszustand zu gewährleisten.

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Die Europäische Union als Akteur der Gesundheitsförderung

Seit den 1990er Jahren ist die EU ein wichtiger Akteur und Geldgeber der Gesundheitsförderung. Über die Finanzierung ausgeschriebener Programme und Forschungsprojekte hinaus übernimmt die EU vor allem eine Koordinierungsfunktion in der Zusammenarbeit der zurzeit 28 Mitgliedsstaaten.

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Gesundheitsförderung in Deutschland

Die WHO hat in Wechselwirkung mit der EU die Entwicklung der Gesundheitsförderung in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Die Ottawa-Charta von 1986 und die internationalen Konferenzen zur Gesundheitsförderung bilden die Richtschnur auch für die deutsche Gesundheitsförderungspolitik. Die Amtssprache der Gesundheitsförderung ist Englisch. Entsprechend den heterogenen Interessenlagen der staatlichen und nicht staatlichen Organisationen hat es in den vergangenen Jahrzehnten sehr wechselhafte Konjunkturen der Gesundheitsförderung in Deutschland gegeben.

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Gesundheitsförderung auf Bundesebene

Für den Bereich der Gesundheitsförderung bestehen die Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten des Bundes vor allem in der Sozialgesetzgebung, insbesondere über das Krankenversicherungsrecht des SGB V. Der Leistungsumfang zur Prävention und Gesundheitsförderung wird hierzu durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf Basis wissenschaftlicher Expertisen festgeschrieben.

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Gesundheitsförderung auf Länderebene

Gesundheit und Bildung sind in Deutschland Ländersache. Die Zuständigkeit für Gesundheit liegt in der Regel bei den Sozial- beziehungsweise Gesundheitsministerien sowie den nachgeordneten Landesbehörden. Die Abstimmung der Länder untereinander und mit der Gesundheitspolitik des Bundes erfolgt über die Gesundheitsministerkonferenz (GMK).

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Gesundheitsförderung auf Kommunalebene

Die Landesvereinigungen für Gesundheit können mit Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung nur begrenzt auf die Gebietskörperschaften des jeweiligen Bundeslandes Einfluss nehmen. Auf der Ebene der Landkreise, kreisfreien Städte, Kommunen und Gemeinden sowie der Bezirke der Stadtstaaten werden daher die meisten Aktivitäten im Gesundheitsförderungsbereich von den über 400 Gesundheitsämtern in Deutschland wahrgenommen.