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Prävention und Gesundheitsförderung
 

Gesundheit und Krankheit

Bei der Betrachtung unterschiedlicher Sichtweisen von Gesundheit und Krankheit ergibt sich eine Vielzahl an Differenzierungskriterien. Aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus werden verschiedene Dimensionen von Gesundheit und Krankheit (zum Beispiel physische, psychische, soziale und emotionale), unterschiedliche Auffassungen von Gesundheit und Krankheit (zum Beispiel als alternative Zustände oder als Endpunkte eines gedachten Kontinuums mit fließenden Übergängen zwischen beiden Polen) sowie unterschiedliche Konzepte (zum Beispiel krankheits-, risikofaktorenorientiert = Pathogenese; gesundheits-, ressourcenorientiert = Salutogenese) diskutiert. Dem gegenüber stehen die individuellen, subjektiven Gesundheits- beziehungsweise Krankheitszustände sowie die verschiedenen Laienkonzepte (subjektive Konzepte oder Alltagskonzepte) von Gesundheit und Krankheit, die sich je nach zum Beispiel Gesellschaft, Kultur, Religion, Geschlecht, Alter oder sozialer Schichtzugehörigkeit voneinander unterscheiden.

Es werden folgende Dimensionen des subjektiven Gesundheitsbegriffs unterschieden:

Das Konzept der Salutogenese (lat. Salus = Heil, griech. Genesis = Entstehung) ist vom Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in erster Linie im Hinblick auf die körperliche Gesundheit entwickelt und in den 1990er Jahren mit Erfolg auf das Gebiet der seelischen Gesundheit übertragen worden. Die Salutogenese ist gekennzeichnet durch Fragen nach den Entstehungs- und Erhaltungsbedingungen von Gesundheit. Damit steht sie der pathogenetischen (griech. Pathos = Krankheit) Perspektive, die sich in erster Linie an krankmachenden Faktoren beziehungsweise Risikofaktoren orientiert und Kernelement der biomedizinischen Sichtweise ist, gegenüber. Gesundheit und Krankheit werden in einer salutogenetischen Sichtweise nicht als einander ausschließende Zustände betrachtet, sondern als gedachte Endpunkte eines Gesundheits-Krankheits-Kontinuums interpretiert. Der individuelle Gesundheitszustand eines Menschen ergibt sich aus der dynamischen Wechselwirkung zwischen Gesundheitsrisiken und -ressourcen des Individuums mit seiner Umwelt. In der Zusammenschau stellt die Tabelle 1 die Konzepte von Prävention und Gesundheitsförderung vergleichend gegenüber.

Tab. 1: Phasen der gesundheitsbezogenen Prävention und Gesundheitsförderung nach Hurrelmann (2000), ergänzt durch die jeweiligen Leistungen (Auswahl) nach SGB V
(Altgeld 2012; Koyuncu und Kirch 2009; Slesina 2007)

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