Sie befinden sich gerade hier: Basiswissen Gesundheitsförderung - Prävention und Gesundheitsförderung - Gesundheitsförderung

zurück

Prävention und Gesundheitsförderung
 

Gesundheitsförderung

In der Ottawa-Charta (1986) heißt es, dass Gesundheitsförderung auf einen Prozess zielt, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Die Verantwortung für Gesundheitsförderung betrifft nicht nur den Gesundheitssektor, sondern alle Politikbereiche. Sie strebt die Entwicklung gesunder Lebensweisen und die Förderung eines umfassenden Wohlbefindens an. Auf der vierten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung (Jakarta, 1997) wurde diese Definition erweitert. Gesundheitsförderung wird nunmehr als ein Prozess verstanden, der Menschen befähigen soll, mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen und sie durch Beeinflussung der Determinanten für Gesundheit zu verbessern.

Gesundheitsförderung ist nach dem Verständnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein auf allen gesellschaftlichen Ebenen ansetzendes Konzept, das auf die Analyse und Stärkung der Gesundheitsressourcen und –potenziale der Menschen abzielt. Gesundheitsförderung ist ein komplexer Ansatz, der sowohl die Verbesserung von gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen (verhaltensorientierte oder individuelle Gesundheitsförderung) als auch die Verbesserung von gesundheitsrelevanten Lebens- und Arbeitsbedingungen (verhältnisorientierte oder strukturelle Gesundheitsförderung) umfasst.

Prävention und Gesundheitsförderung sind zwei unterschiedliche Strategien, die das gleiche Ziel anstreben, und zwar das gesundheitliche Wohlbefinden der Bevölkerung zu steigern beziehungsweise Krankheiten zu verhindern. Beide Konzepte unterscheiden sich aber in ihren Ansatzpunkten und Zielrichtungen voneinander. Prävention geht von spezifischen Krankheiten aus und hat das Ziel, Risiken dieser Krankheiten zu minimieren. Zielgruppen sind Risikoträger beziehungsweise Erkrankte.

Gesundheitsförderung hingegen zielt auf die Stärkung personaler und sozialer Ressourcen sowie die Erweiterung der Handlungsspielräume, um damit zur Gesunderhaltung beziehungsweise zum Wohlbefinden beizutragen. Abschließend ist festzuhalten, dass Gesundheitsförderung im Vergleich zur Prävention thematisch breiter angelegt ist. Durch einen partizipativen, ganzheitlichen, intersektoralen und nachhaltigen Ansatz will Gesundheitsförderung Individuen und soziale Gruppen befähigen, die personellen, sozioökonomischen und Umweltdeterminanten positiv für die Gesundheit zu beeinflussen, und wirkt somit komplementär zur Prävention.

An dieser Stelle sei auf das Thema betriebliche Gesundheitsförderung beziehungsweise betriebliches Gesundheitsmanagement an Hochschulen verwiesen. Das Setting Hochschule stellt die Arbeitswelt für Statusgruppen, wie zum Beispiel wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie nicht wissenschaftliches Personal, dar. Eine positive Beeinflussung, das heißt Stärkung von Ressourcen sowie Reduzierung von Belastungen, gilt es mittels verhaltens- und verhältnisorientierter Maßnahmen zu erzielen (vgl. Abb. 1).

Abb. 1: Strategien und Methoden von Prävention und Gesundheitsförderung (Waller 2002, S. 155)



nach oben