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Methoden der Gesundheitsförderung
 

Hochschulbezogene Gesundheitsberichterstattung

Eine allgemeine Gesundheitsberichterstattung zielt auf eine strukturierte Beschreibung der gesundheitlichen Situation und Ermittlung des Versorgungsbedarfs der Bevölkerung. Im Idealfall können Wiederholungsmessungen und Vergleiche mit anderen Studien durchgeführt werden. Analog dazu ist eine hochschulbezogene Gesundheitsberichterstattung eine periodische Erhebung zur Gesundheit von Statusgruppen im Setting Hochschule. Als Analyseinstrument liegt deren Nutzen vor allem in der Steuerung und Vorbereitung beziehungsweise Begründung von Interventionen. Die hochschulbezogene Gesundheitsberichterstattung erfasst sowohl Belastungen als auch Ressourcen von Gesundheit und relevante Gesundheitsverhaltensweisen im Setting Hochschule. Gleichzeitig erfolgt auch eine Erhebung der allgemeinen Studienbedingungen, um Wirkungszusammenhänge deutlich zu machen. Eine Aussage zum Versorgungsbedarf ist zentrales Anliegen der hochschulbezogenen Gesundheitsberichterstattung. Die Tabelle 2 gibt spezifische Aspekte der hochschulbezogenen Gesundheitsberichterstattung wieder.

Tab. 2: Spezifische hochschulbezogene Gesundheitsberichterstattung – Berichtsstruktur (mod. nach Franzkowiak 2000, S. 75)

Beiträge zur Entwicklung einer hochschulbezogenen Gesundheitsberichterstattung finden sich beispielsweise in folgenden Projekten wieder:

Es ist anzumerken, dass es zurzeit in Bezug auf gesundheitliche Belange der Studierenden keine regelmäßige Erhebung eines bundesweiten Basisdatensatzes gibt, wie es für sozialwissenschaftliche Fragestellungen im Rahmen des Studiensurveys der Universität Konstanz beziehungsweise der Sozialerhebung des Studentenwerks der Fall ist.

Bewertung für die gesundheitsfördernde Hochschule | Ziel der hochschulbezogenen Gesundheitsberichterstattung ist die hochschulbezogene Gesundheitsförderung. Es sollen krankmachende und gesunderhaltende Faktoren identifiziert werden, um so Ansatzpunkte für Interventionen abzuleiten. Eine flächendeckende und regelmäßig wiederkehrende Gesundheitsberichterstattung mit einer repräsentativen Datenbasis kann dazu beitragen, Gesundheitspotentiale und -risiken aller Statusgruppen im Setting Hochschule zu erkennen. Sie kann ebenfalls Zusammenhänge mit Studien- beziehungsweise sonstigen Rahmenbedingungen aufzeigen und darauf aufbauend bedarfsgerechte, zielgruppenspezifische Angebote zur Gesundheitsförderung ableiten und umsetzen helfen. Die hochschulbezogene Gesundheitsberichterstattung ist Grundlage für den Einstieg in den Aufbau eines Projektes „Gesunde Hochschule“. Der Aufwand zur Erstellung eines Gesundheitsberichts ist hoch. Entsprechend den Ergebnissen des ersten Gesundheitsberichts zeigt die Erfahrung, dass der Aufwand für die Fortschreibung geringer ausfällt.

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