Sie befinden sich gerade hier: Basiswissen Gesundheitsförderung - Methoden der Gesundheitsförderung - Gesundheitszirkel

zurück

Methoden der Gesundheitsförderung
 

Gesundheitszirkel

Gesundheitszirkel sind eine Form der betrieblichen Kleingruppenarbeit. In Gesundheitszirkeln treffen sich Beschäftigte, um über Belastungen am Arbeitsplatz zu sprechen, deren Ursachen zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Der Grundgedanke eines Gesundheitszirkels ist es, Arbeitsbelastungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht von oben (top-down), sondern durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst (bottom-up) zu bearbeiten, da sie die Expertinnen und Experten für ihren Arbeitsplatz sind. Gesundheitszirkel sind ein weit verbreitetes und bewährtes Instrument zur Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation von Gesundheitsförderung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Wie in Abbildung 4 dargestellt, können Gesundheitszirkel entweder aus einer homogenen Gruppe (Berliner Modell) oder aus einer heterogenen Gruppe (Düsseldorfer Modell) von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammengesetzt sein.

Als Grundlage für die Arbeit eines Gesundheitszirkels kann eine Mitarbeiterbeziehungsweise Studierendenbefragung dienen. Gesundheitszirkel sind jedoch auf Grund ihres hohen zeitlichen Aufwands nicht für jedes Unternehmen beziehungsweise jede Hochschule geeignet.

Abb. 4: Phasen der TK-Gesundheitswerkstatt (Dann und Steinke 2006, S. 84)

Bewertung für die gesundheitsfördernde Hochschule | Gesundheitszirkel sind eine gut geeignete Methode zur kontinuierlichen Umsetzung des Gesundheitsförderungskonzepts im Setting Hochschule. Die zu bearbeitenden Themen sind vielfältig. Dabei kann das Themenspektrum vom klassischen Arbeitsschutz (zum Beispiel Ergonomie, Innenraumklima, Lärm) über die Identifikation gesundheitsfördernder beziehungsweise belastender struktureller sowie individueller Faktoren in Arbeitsinhalten und -abläufen (zum Beispiel interne Kommunikations- und Kooperationsstrukturen, Leistungsdruck, Konfliktmanagement, Sport- und Entspannungsangebote, Mensa- beziehungsweise Kantinenessen) bis hin zur konkreten Erarbeitung und Bewertung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen reichen. Die Durchführung von Gesundheitszirkeln ist im Zusammenhang mit Fördergeldern der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach dem § 20 a SGB V in ihrem Leitfaden zur Erreichung der Präventionsziele festgeschrieben.

nach oben