Sie befinden sich gerade hier: Basiswissen Gesundheitsförderung - Methoden der Gesundheitsförderung - Projektmanagement in der Gesundheitsförderung

zurück

Methoden der Gesundheitsförderung
 

Projektmanagement in der Gesundheitsförderung

In der Gesundheitsförderung umfasst ein Projekt sowohl die Entwicklung individueller und kollektiver Gesundheitskompetenzen (Personalentwicklung) als auch die Entwicklung und Implementierung gesundheitsförderlicher Strukturen und Organisationsformen (Organisationsentwicklung).

Projekte der Gesundheitsförderung zeichnen sich durch folgende Charakteristika aus:

Die folgenden allgemeinen Ausführungen zur Antragstellung und Umsetzung eines Projektes sind auf Hochschulen sehr gut anwendbar und haben sich bereits vielfach bewährt. Gesundheitsförderung erfordert Verständnis für die Entwicklungsbedingungen komplexer sozialer Systeme und für das Managen von Organisationsprozessen. Hierbei bietet das Projektmanagement eine wichtige Orientierungs- und Unterstützungsfunktion in einer komplexen Arbeitssituation und kann die Möglichkeiten der Auswertung beziehungsweise der Qualitätssicherung von gesundheitsfördernden Aktivitäten und Maßnahmen verbessern. Das Managen solcher Interventionen kann als Entwicklungsprozess in und zwischen Organisationen verstanden werden. Die Hauptschritte des Projektmanagements sind Analyse, Zielentwicklung, Projektplanung, -kontrolle und -steuerung. Zu den Querschnittsaufgaben zählen Kommunikation, Organisation, Mitarbeiterführung und Projektmarketing. Die wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Projektorganisation, die in der Regel aus Auftraggeber, Projektleiter, -mitarbeiter/-in, -gruppe sowie -teilgruppen besteht, sind folgende:

Die sogenannten SMART-Kriterien werden bei der Bestimmung der Ziele von Interventionen im Sinne des Projektmanagements herangezogen. Ziele sollten demnach möglichst spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und ter-miniert sein. Den Rahmen für Projekte der Gesundheitsförderung sollte immer eine salutogenetische Sichtweise bilden und die Arbeitsweise sollte stets nach dem Partizipationsprinzip erfolgen. Bei der Planung und Durchführung von Projekten gilt es zu beachten, dass jede Organisation einzigartig ist hinsichtlich Arbeitsklima und -organisation, Führungsstil oder sozialer Beziehungen. Hochschulen weisen in dieser Hinsicht sehr komplexe Strukturen auf.

Die Abbildungen 5 und 6 zeigen die wesentlichen Elemente eines Projektes bei der Planung und Durchführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen sowie den zeitlichen Ablauf.

Abb. 5: Zentrale Elemente eines Projektes der Gesundheitsförderung (Grossmann und Scala 2011, S. 88)

Abb. 6: Zeitlicher Ablauf eines Projektes der Gesundheitsförderung (nach Göbel 2003)

Des Weiteren beschreibt die Tabelle 4 die einzelnen Projektphasen zusammenfassend anhand ihrer zentralen Merkmale.

Tab. 4: Phasen und Inhalte der zirkulären Projektplanung (Grossmann und Scala 2011; Münch 2003)

Der Projektantrag für ein Projekt der Gesundheitsförderung ist von zentraler Bedeutung, insbesondere wenn die Finanzierung beziehungsweise Förderung durch Dritte geschehen muss beziehungsweise soll (zum Beispiel § 20 SGB V, § 14 SGB VII). Im Folgenden wird ein Musterantrag vorgestellt, der den Umfang der Kriterien für die Antragstellung bei der TK Hamburg erfüllt. Die TK unterhält ein Netz von Prozessberaterinnen und Prozessberatern in ganz Deutschland.

Abb. 7: Musterprojektantrag für ein Projekt in der Gesundheitsförderung


nach oben