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Hochschulen in Deutschland


In Deutschland gibt es staatliche und private Hochschulen. Staatliche Hochschulen sind in der Regel Körperschaften des öffentlichen Rechts oder Stiftungen. Seit der Föderalismusreform im Jahr 2007 unterliegen die Hochschulen ausschließlich der Ländergesetzgebung, da das Hochschulrahmengesetz (HRG) außer Kraft gesetzt wurde.

Hochschulen sind Einrichtungen des Bildungswesens für Wissenschaft, Lehre und Studium und dem tertiären Bildungssektor zugehörig. Der vordringliche Zweck einer Hochschule liegt in der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten an zukünftige Akademikerinnen und Akademiker. Die Ausübung der Weiterbildung ist dem quartären Sektor zuzuordnen, zu dem auch die Volkshochschulen gehören.


Der sekundäre Bildungssektor an den Hochschulen wird durch die Vielfalt der Berufe der Beschäftigten mit zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten repräsentiert, die an den Universitätskliniken auch die Berufsfachschulausbildung für die Gesundheitsfachberufe umfassen. Die 32 deutschen Universitätskliniken an 38 Standorten unterscheiden sich in vielfältiger Weise von den anderen Hochschulen und sollen hier nicht näher vorgestellt werden.

Im Zusammenhang mit der Gründung von hochschulspezifischen Kindertageseinrichtungen hat sich mittlerweile auch der primäre Bildungssektor an den Hochschulen etabliert. Bereits daraus wird ersichtlich, wie viele unterschiedliche Zielstellungen und Adressaten im Setting Hochschule anzusprechen sind. Zusätzlich gibt es traditionell unterschiedliche Hochschularten mit differenzierten Aufgabenstellungen, die sich jedoch durch die Einführung der zweigestuften Bachelor- und Masterabschlüsse immer stärker angleichen. Die Leuphana Universität Lüneburg ist bereits eine standortbedingte Verschmelzung von Fachhochschule und Universität. Die in der Regel größeren Universitäten (Anzahl: 108) und kleineren Fachhochschulen (Anzahl: 210) bilden die zwei Hauptgruppen unter den Hochschularten. Hochschule ist einerseits der Dachbegriff für alle Hochschularten, andererseits verdrängt der Begriff durch die Ländergesetzgebung immer stärker die Bezeichnung Fachhochschule. Dies ist einerseits dadurch begründet, dass der Zusatz „FH“ für die zweigestuften Bachelor- und Masterabschlüsse im Vergleich zum Diplom keine Anwendung mehr findet. Andererseits gibt es im angloamerikanischen Bildungssystem keine Fachhochschulen, so dass für den tertiären Bildungssektor immer der Begriff „University“ und im Fall der Fachhochschulen die Bezeichnung „University of Applied Sciences“ gilt. Damit trägt die „Universität für angewandte Wissenschaften“ zu weiterer Begriffsverwirrung bei. In Bezug auf die Abschlüsse haben weiterhin nur die Universitäten das Privileg, den Doktorgrad zu verleihen, der im europäischen Kontext die achte und letzte Bildungsbeziehungsweise Qualifikationsstufe darstellt. Auf Grund ihrer bildungspolitischen Rolle seien noch die Pädagogischen Hochschulen erwähnt, die den Universitäten rechtlich gleichgestellt sind und nur noch in Baden-Württemberg existieren.

An den Hochschulen vollzieht sich seit der Einführung des Bachelor- und Mastersystems ein rasanter Veränderungsprozess, der vor allem durch die sprunghafte Zunahme der Studierendenanzahl und eine sehr ungünstige Entwicklung im Beschäftigungssystem gekennzeichnet ist. Zurzeit sind die Hochschulen in Deutschland die Lebens- und Arbeitswelt für über 500.000 Beschäftigte und über 2,5 Millionen Studierende.

Abb. 1: Anzahl der Hochschulen in Deutschland, aufgeschlüsselt nach Hochschularten, im Wintersemester 2011/2012 (Statistisches Bundesamt 2012)

Die Abbildung 1 veranschaulicht die Anzahl der Hochschulen nach Hochschularten in Deutschland im Wintersemester 2011/2012.