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Familienfördernde Hochschulen


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Einführung

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt in unserer Gesellschaft für Frauen und Männer eine große Herausforderung dar. Untersuchungen weisen darüber hinaus immer wieder auf die Problematik der Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen und Akademikern hin. Gerade Hochschulen haben hier eine besondere Verantwortung. Eine positive Erfahrung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das Erleben praktizierter Chancengleichheit von Männern und Frauen kann die Entscheidung für Kinder - auch während des Studiums oder danach - fördern.

Dabei spielt gerade der Vorbildcharakter des akademischen Lebens eine wichtige Rolle, denn wenn Lehrende und Forschende, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Studierenden an einer Hochschule die Möglichkeit haben, Familie, Beruf und Studium zu vereinbaren, dann zeigen sie damit den Absolventinnen und Absolventen Wege für ihre eigene Zukunft als gesellschaftliche Verantwortungsträger von Morgen auf.

Die gesellschaftspolitische Debatte und die Umsetzung der Familienförderung in Settings hat mittlerweile auch die Hochschulen erreicht und bietet vielfältige Schnittstellen zu den Handlungsebenen der Gesundheitsförderung. Der vielfältige theoretische Hintergrund der Familienförderung wird durch das Spannungsverhältnis der Gesetzgebungskompetenz von Bund und Ländern im Bereich der Erziehung und Bildung als auch vor dem Hintergrund der Finanzierung und ideologischen Einstellung zur Familie bestimmt. Die politische Debatte zur demographischen Entwicklung mit besonderem Fokus auf Ostdeutschland und deren Auswirkungen auf die Institutionen der Bildungskette beeinflussen maßgeblich die Hochschulen in ihrem Selbstverständnis als Organisation. Einhergehende Maßnahmen und (Modell-)Projekte, die sowohl verwaltungs-, praxis- als auch forschungsbezogen in den vielfältigsten institutionellen und ökonomischen Kontexten miteinander verflochten sind haben bundesweit zu unterschiedlichsten Etiketten ("Audit Familiengerechte Hochschulen", "Familienfreundliche Hochschule", "Familie in der Hochschule", "Studieren mit Kind" etc.) geführt. Wir versuchen im Folgenden unter dem übergeordneten Begriff "Familienfördernde Hochschulen" diese verschiedenen Ansätze und ihre institutionelle Anbindung vorzustellen.

Begriffsbestimmungen

Familie

"In der aktuellen Diskussion nehmen Familien als Leistungsträger der Gesellschaft einen zentralen Stellenwert ein. Familie, so definierte Bundespräsident Horst Köhler den Begriff (...), ist da, wo Kinder sind. Diese kurze, einprägsame Formel deckt sich mit dem hier verwendeten Familienbegriff, nach dem alle Eltern-Kind Gemeinschaften als Familien zählen" (Statistisches Bundesamt 2007).

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus sinkt die Zahl der "traditionellen" Familien (Ehepaare mit Kindern) gegenüber den "alternativen" Familien wie Alleinerziehende (6 von 7 sind Frauen) bzw. Lebensgemeinschaften mit Kindern seit 1996 kontinuierlich. Trotzdem lebt von den 12.5 Millionen Familien mit Stichtag März 2004 der überwiegende Teil in der traditionellen Familienform, die allerdings im Westen häufiger vertreten ist (76 Prozent) als im Osten Deutschlands mit 63 Prozent (Statistisches Bundesamt 2007).

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

"Unter Vereinbarkeit von Familie und Beruf versteht man die Möglichkeit Erwachsener im arbeitsfähigen Alter, sich zugleich Beruf und Karriere einerseits und dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen andererseits zu widmen, unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die dabei auftreten können.

Allgemeiner wird das Thema unter Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben gefasst oder als Work-Life-Balance. Dieser englischsprachige Begriff wird vor allem in Bezug auf betriebliche Aspekte wie etwa familienfreundliche Arbeitszeiten sowie auf Möglichkeiten zur Verbesserung des individuellen Gleichgewichts auch im deutschsprachigen Raum verwendet; er bezeichnet ein anzustrebendes Gleichgewicht (...)" (www.wikipedia.de 2008-02-19).

Familiengerechte Hochschule

"Die Notwendigkeit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie zeigt sich im Hochschulbereich in besonderer Weise. Hier gilt es nicht nur, familiengerechte Arbeitsbedingungen für die Hochschulangestellten zu schaffen, sondern auch, die Studienbedingungen mit den familiären Bedürfnissen der Studentinnen und Studenten in Einklang zu bringen" (Vedder 2004).

Audit Familiengerechte Hochschule

"Das ‚Audit Familiengerechte Hochschule’ wurde speziell an die Bedingungen der Hochschulen angepasst. Ziel des ‚Audit Familiengerechte Hochschule’ ist es, Leitbilder und konkrete Arbeitsstrukturen zu entwickeln und in das alltägliche Leben der Hochschulen so zu implementieren, dass Studium, Lehre, Forschung, Dienstleistungen und Verwaltung nach ihren jeweiligen Ansprüchen und Standards funktionieren und zugleich mit Familie, mit der vollen Wahrnehmung elterlicher Aufgaben vereinbart werden" (Vedder 2004).


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Institutionelle Verankerung und gesetzliche Grundlagen

Das Hochschulwesen in Deutschland wird zur Zeit noch durch das Hochschulrahmengesetz geregelt. In Zukunft werden die Komponenten, die die Familienfreundlichkeit betreffen, ausschließlich durch die Landeshochschul- als auch die Studentenwerksgesetze ausgefüllt. Zusätzliche Instrumente zur Familien unterstützenden Maßnahmen an Hochschulen können Zielvereinbarungen mit den Kultusministerien sein als auch das Leitbild einer Hochschule bis zu Festlegungen in den Studien- und Prüfungsordnungen und den damit verbundenen Konzepten.

Europäische Union
Europäische Allianz für Familien

"Die Europäische Allianz für Familien, die vom Europäischen Rat auf seiner Frühjahrstagung 2007 in die Wege geleitet worden ist, soll zunächst als eine Plattform für den Austausch und den Erwerb von Kenntnissen hinsichtlich familienfreundlicher Maßnahmen und bewährter Verfahren der Mitgliedstaaten dienen, mit denen die Herausforderung des demografischen Wandels bewältigt werden sollen.

Darüber hinaus gedenkt die Kommission, im Rahmen der Europäischen Allianz für Familien, die Zusammenarbeit und Partnerschaft sämtlicher betroffener Akteure anzuregen, um eine bessere Vereinbarkeit von Berufs-, Familien- und Privatleben zu fördern. In Ergänzung zu den Initiativen der Sozialpartner auf der europäischen Ebene ruft die Kommission die Mitgliedsstaaten dazu auf, Partnerschaften aufzubauen, mit denen diese Vereinbarkeit gefördert werden soll, und dazu von den ihnen zur Verfügung gestellten neuen Mitteln der Strukturfonds Gebrauch zu machen" (Kommission der Europäischen Gemeinschaften- KOM(2007) 244).

Bundesebene
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geht es um Chancengerechtigkeit und um Zusammenhalt - für Familien, zwischen Alt und Jung, zwischen Männern und Frauen, zwischen verschiedenen Familienformen und Menschen unterschiedlicher Herkunft. Ziele des BMFSFJ sind:

Mittlerweile gibt es eine Anzahl von Initiativen, dazu gehören:

Erfolgsfaktor Familie [www.erfolgsfaktor-familie.de]

Eine familienfreundliche Arbeitswelt und Unternehmenspolitik ist wesentlicher Teil der nachhaltigen Familienpolitik. Unter dem Dach der "Allianz für die Familie" sind mittelfristig angelegte Initiativen für eine bessere Vereinbarkeit zusammengefasst. Mit dem Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie. Unternehmen gewinnen" werden die verschiedenen Initiativen gebündelt und sollen ein neues Niveau erreichen. Ziel ist es, Familienfreundlichkeit zu einem Managementthema und zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen. Es gibt erkennbar immer mehr Unternehmen, die Familienfreundlichkeit leben - doch es müssen noch wesentlich mehr werden. Erstes Ziel ist es, 1.000 Unternehmen zu bewegen, öffentlich "Ja" zu einer familienfreundlichen Firmenpo-litik zu sagen - und diese dann auch zu praktizieren.

Familienwegweiser [www.familien-wegweiser.de]

Mit seinem Serviceportal Familien-Wegweiser bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Internet eine Datenbank an, die bundesweit bei der Suche nach Kinderbetreuungsangeboten helfen soll.

Wer unter www.familien-wegweiser.de auf die Rubrik "Familie regional" klickt und dort seine Postleitzahl eingibt, spart Zeit und zahllose Telefonate. Nutzer erhalten sofort alle notwendigen Informationen zu den Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Umfeld des jeweils zuständigen Jugendamtes. Fast alle Kommunen in Deutschland bieten zwar solche regionalen Online-Informationen für ihren Bereich an. Doch im Familien-Wegweiser werden diese Angebote erstmals in einer bundesweit einheitlichen Datenbank gebündelt. Die Rubrik "Familie regional" im Familien-Wegweiser steht zu dem für weiteren praxisnahen Service.

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ist das wichtigste Investitionsressort der Bundesregierung. Der Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee ist zusätzlich als Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder tätig. Seine Aufgaben sind die Initiierung, Koordinierung und Begleitung der Gesamtpolitik der Bundesregierung für die neuen Länder. Im Mittelpunkt steht dabei eine verlässliche Fortsetzung und Optimierung der Förderpolitik. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den ostdeutschen Landesregierungen und den Ministerkollegen in der Bundesregierung. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen sieben Handlungsfelder. Diese sind:

  1. Investorenwerbung verbessern
  2. Mittelstand unterstützen
  3. in Forschung und Entwicklung investieren
  4. Anstrengungen auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen
  5. Potentiale des ländlichen Raums nutzen
  6. Regionale Wachstumsbündnisse schmieden
  7. aktive Bürgergesellschaft fördern

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat in Funktion als beauftragtes Ministerium der Bundesregierung für die neuen Länder das Forschungsprojekt "Familienfreundliche Hochschulen" und den darauf aufbauenden - zusammen mit der Robert Bosch Stiftung und dem Centrum für Hochschulentwicklung - weiterentwickelten Wettbewerb "Familie in der Hochschule" initiiert.


Deutsches Studentenwerk [www.studentenwerke.de]

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) ist der freiwillige Zusammenschluss der 58 Studentenwerke in der Bundesrepublik Deutschland. Die öffentlichen Aufgaben der Studentenwerke sind in 16 verschiedenen Ländergesetzen festgeschrieben und beinhalten i.d.R. die wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche und kulturelle Förderung der Studierenden an deutschen Hochschulen zur Verwirklichung der Chancengleichheit. Im Zusammenwirken mit Hochschulen und Hochschulstädten sollen die Studentenwerke zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für ein Hochschulstudium beitragen und sich an der Gestaltung des Lebensraums Hochschule einbringen.

Das Deutsche Studentenwerk fördert seine Mitglieder unter Achtung ihrer Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bei der Erfüllung der ihnen gesetzten Aufgaben, indem es insbesondere:

Die zur Zeit 52 deutschen Studentenwerke bieten im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Studierenden insgesamt 6.053 Plätze in 187 Kindertageseinrichtungen in eigener Trägerschaft für Kinder von 0-3 (3.186) bzw. 3- bis 6-Jährigen (2.324) an. Zusätzlich werden fremde Träger durch die unentgeltliche Bereitstellung von Räumen oder durch finanzielle Zuwendungen unterstützt (Quelle: Studentenwerke im Zahlenspiegel 2007/2008).

Weitere Institutionen

Des Weiteren gibt es verschiedene Institutionen und Einrichtungen, die sich mit dem Thema der "Familiengerechten" bzw. "Familienfreundlichen" Hochschule befassen (vgl. Tab. 1).

Tab. 1: Institutionen und Organisationen, die sich mit der Entwicklung Familienfördernder Hochschulen befassen (Stand Mai 2008)
Institution/ Organisation Aufgaben
berufundfamilie
(Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung)
Auditierung

Förderung einer familienbewussten Personalpolitik in Unternehmen und Institutionen
Centrum für Hochschulentwicklung CHE arbeitet an neuen Ideen und Konzepten, als Projektpartner für die Hochschulen und Ministerien, als Anbieter von Fortbildungsprogrammen und des Hochschulrankings
Hochschul-Informations-System HIS Softwarehaus der Hochschulverwaltungen

Forschung in Form von empirischen Untersuchungen

Hochschulentwicklung
Robert Bosch Stiftung Förderungen von Projekten, die Veränderungen in den verschiedensten Lebensbereichen bewirken

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Datenlage zur familiären Situation von Studierenden

Die Datenlage zur familiären Situation sowohl von Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern als auch Beschäftigten an den Hochschulen ist unzureichend. Aus datenschutzrechtlichen Gründen gibt es hierzu bisher keine regelmäßigen Erhebungen.

Für die Studierenden können Daten aus der 17. und 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-System (DSW/HIS) zum Thema "Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2003 bzw. 2006" herangezogen werden. Diese Ergebnisse basieren auf der Befragung von mehr als 21.400 (für 2003) bzw. 17.000 (für 2006) Studierenden. Danach haben im Jahr 2003 gut 6% und im Jahr 2006 7% aller immatrikulierten deutschen Studierenden eigene Kinder.

Aus den Erhebungen wird deutlich, dass Studierende mit Kind(ern) erhebliche zusätzliche zeitliche und finanzielle Anforderungen vereinbaren müssen, die oft zu problematischen und gebrochenen Studienverläufen führen.

Vor dem Hintergrund der familienpolitischen Debatte, wurde 2006 im Rahmen der Sozialerhebung zusätzlich eine Sondererhebung "Studieren(de) mit Kind" durchgeführt, deren Ergebnisse Anfang März 2008 vorgestellt wurden.


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Projekte und Maßnahmen zur Familienfördernden Hochschule

Im Folgenden werden die wichtigsten Projekte, Akteure und Publikationen zur familienfördernden Hochschule vorgestellt. Zur besseren Orientierung ist den Ausführungen eine Übersicht (Tab. 2) vorangestellt.

Tab. 2: Übersicht von Maßnahmen und Projekten zur Familienfördernden Hochschule mit Angaben zur Laufzeit
Maßnahmen, Projekttitel Erläuterungen u. Projektträger Laufzeit
Familienfördernde Hochschulen Im vorliegenden Text verwendeter Oberbegriff -
Audit Familiengerechte Hochschule ® *) Zertifizierung
berufundfamilie gGmbH
Hertie-Stiftung
ab 3/2003
Familienfreundliche
Hochschulen **)
Forschungsprojekt
Hochschule Magdeburg-Stendal (FH),
Universität Leipzig, Nexus Berlin, Bundesverkehrsministerium
9/2005 bis 10/2006
Familie in der Hochschule ***) Wettbewerb: Für acht Hochschulen stehen für zwei Jahre jeweils bis zu 100.000 Euro zur Verfügung
Centrum für Hochschulentwicklung
Bundesverkehrsministerium
3/2007 bis 2/2010
Kinder und Karriere - Frauen- und Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil für Hochschulen und außerhochschulische Forschungseinrichtungen in Brandenburg Forschungsprojekt
Centrum für Hochschulentwicklung
Land Brandenburg
5/2007 bis 03/2008
Studieren(de) mit Kind ****) Sonderbericht der 18. Sozialerhebung
Deutsches Studentenwerk, Hochschul-Informations-System, Bundesbildungsministerium
2006
Studieren und Forschen mit Kind Modellprojekt
Universität Giessen, Fachhochschule Giessen-Friedberg, hessenstiftung
11/2004 bis 9/2008
Kinder eingeplant? Lebensentwürfe Studierender und ihre Einstellung zum Studium mit Kind Befragung 2002
Kinder eingeplant? Lebensentwürfe Studierender und ihre Einstellung zum Studium mit Kind Befragung 2002
FAST- Familiengründung im Studium Studie zur Situation von studierenden Eltern an den Hochschulen in Baden-Württemberg
Evangelische Fachhochschule und Universität Freiburg
Landesstiftung Baden-Württemberg
2002

*) Zertifikatsverleihung jährlich: 10. Zertifikatsverleihung am 30.06.2008: [www.beruf-und-familie.de]
**) Abschlusstagung 2.11.2006 "Bevölkerungsmagneten für Ostdeutschland - Potenziale durch Rückkehrförderung und Hochschulentwicklung"
***) Tagung 14.05.2008 Berlin: "Nicht ohne meine Familie! Mit Kindern an der Hochschule arbeiten und studieren" [www.familie-in-der-hochschule.de]
****) Tagung 07.11.2008 Giessen: "Hochschule und Kind? Ja, klar!" [www.studieren-und-forschen-mit-kind.de]
Audit Familiengerechte Hochschule ®

Verstärkt wird auch an Hochschulen nach tragfähigen Modellen für familienbewusste Arbeits- und Lernbedingungen gesucht, die den hochschulspezifischen Arbeitsstrukturen und -prozessen entsprechen. Zu diesem Zweck wurde auf Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Universität Trier das "Audit Familiengerechte Hochschule" entwickelt.


Entstehung des Audit Familiengerechte Hochschule (aus Vedder 2004)
 
 Abb. 1: Entstehung des Audit Familiengerechte Hochschule (aus Vedder 2004)

Ziele des Audits sind es:

Das "Audit Familiengerechte Hochschule" ist ein multifunktionales Instrument:

Das Auditierungsverfahren besteht aus acht Handlungsfeldern. Diese werden im Folgenden näher erläutert.

Arbeitszeit

Flexible Modelle der Arbeitszeitorganisation ermöglichen die Anforderungen der Arbeit mit den familiären Ansprüchen zu vereinbaren zum Beispiel durch

Arbeitsorganisation

Eine familiengerechte Gestaltung von Arbeitsabläufen verringert die Arbeitsbelastung und erhöht gleichzeitig die Einsatzbereitschaft. Die Balance von Beruf und Familie wird durch eine flexible Gestaltung von Arbeitsaufträgen, durch multifunktionalen Personaleinsatz und Beteiligung der Beschäftigten erleichtert zum Beispiel durch

Arbeitsort

Die flexible Gestaltung des Arbeitsortes eröffnet den Beschäftigten die Chance, Familienbedürfnisse mit den beruflichen Anforderungen in Einklang zu bringen zum Beispiel durch

Personalentwicklung

Die Berücksichtigung der familiären Situation bei Einstellung und weiterer Planung der Laufbahn sowie Angebote zur Weiterentwicklung der beruflichen und fachlichen Kompetenz helfen, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zukunftssichernde Kompetenzen zu erhalten zum Beispiel durch

Führungskompetenz

Führungskräfte tragen wesentlich dazu bei, dass die Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Studium und Familie im Arbeits- und Studienalltag umgesetzt werden können zum Beispiel durch

Informations- und Kommunikationspolitik

Information und Kommunikation bilden den entscheidenden Baustein dafür, dass das Konzept einer familiengerechten Hochschule von einer breiten Basis getragen wird. Die kontinuierliche Information über Möglichkeiten und Nutzen familienbewusster Angebote verstärkt die Wirksamkeit der Maßnahmen in der Hochschule und sorgt nach außen nachhaltig für einen Imagegewinn zum Beispiel durch

Service für Familien

Die Sicherstellung einer geeigneten Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine familiengerechte Gestaltung der Arbeits- und Studienbedingungen. Es gilt, die spezifischen Bedürfnisse der eigenen Hochschule mit den lokalen Dienstleistungsangeboten abzugleichen, um so familiär bedingte Fehlzeiten zu senken zum Beispiel durch

Studium und weitere wissenschaftliche Qualifizierung

Das Engagement der Hochschulen, die Interessen der Studierenden und des wissenschaftlichen Nachwuchs zu berücksichtigen und die familiengerechte Studienorganisation zu ermöglichen, ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine tragfähige Balance von Studium, wissenschaftlicher Arbeit und Familie zum Beispiel durch

Die Matritze der Befragung zu den Handlungsfeldern ist je nach Zielgruppe unterschiedlich aufgebaut. "Die Handlungsfelder Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsorganisation und Personalentwicklung befassen sich ausschließlich mit den Arbeitsbedingungen für Beschäftigte der Hochschule. Die Handlungsfelder Führungskompetenz, Kommunikation und flankierender Service betreffen alle Mitglieder der Hochschule. Das letzte und umfangreichste Handlungsfeld untersucht ausschließlich die Situation von Studierenden und WissenschaftlerInnen in der Qualifizierungsphase" (Vedder, 2004).

Die Pilotphase des Audit Familiengerechte Hochschule war im Februar 2003 beendet. Am 10. März 2003 wurde es in einer von der Hertie-Stiftung organisierten Veranstaltung der bundesweiten Hochschulöffentlichkeit vorgestellt. Damit war der Startschuss für die bundesweite Verbreitung des Audits gegeben.

Mit wachsender Anzahl auditierter Hochschulen wird das auch Audit weiter entwickelt, denn Familienvereinbarkeit ist ein dynamischer Prozess.

"Die Prozessorientierung des Audits und die wachsende Zahl auditierter Hochschulen sollen zur allmählichen Entwicklung einer familiengerechten Hochschulkultur in Deutschland beitragen" (Vedder 2004). Mit Stand vom 30.06.2008 sind in Deutschland 75 Hochschulen von der berufundfamilie gGmbH auditiert worden.

Forschungsprojekt "Familienfreundliche Hochschulen"

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als beauftragtes Ministerium der Bundesregierung für die neuen Länder implementierte ein Forschungsprojekt unter dem Titel:

"Implementierung familienfreundlicher Maßnahmen und Strategien in ostdeutschen Modellregionen mit stark rückläufiger Bevölkerungszahl: Hochschulen als Katalysator regionaler Entwicklung in Ostdeutschland"
[www.menschen-fuer-ostdeutschland.de/studie_ergebnisse_abschlusstagung.htm]

Dieses Projekt hatte eine Laufzeit von September 2005 bis Oktober 2006. Die Modellstandorte waren die Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), die Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und die Universität Greifswald.

"Die Ziele des Forschungsprojektes waren

(vgl. Nexus Abschlussbericht, S.10)

"Das methodische Vorgehen setzte sich aus den vier Komponenten Literaturstudie, quantitative und qualitative Datenerhebung, Vergleichsstudien und Maßnahmenentwicklung zusammen, die phasenweise gestaffelt unterschiedliche gegenseitige Wechselwirkungen entfaltet haben." (vgl. Nexus Abschlussbericht, S.11)

Die Ergebnisse dieses Projektes waren folgende:

Durch die verschiedenen methodischen Vorgehensweisen wurde ein Katalog mit Maßnahmevorschlägen erarbeitet. Dieser enthält drei Bereiche, die gefördert werden sollten, jeweilige Einzelziele des Bereiches und Maß,nahmenvorschläge.

In der Tabelle 3 sind die Bereiche mit den Einzelzielen aufgelistet und einige Maßnahmen werden vorgestellt.

Tab. 3: Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung studierender Eltern
Bereich Einzelziel Maßnahmen
1. Demografie Familiengründung fördern • Bürgerausstellung → positives Familienleitbild
• Wettbewerb kinderreichstes Institut
• Vorbildfunktion von Dozenten
Unterstützung von Studierenden mit Kindern • Teilzeitstudiengänge statt Beurlaub
• Eltern unabhängiges Familien BaföG
• Hochschulkindergarten
Unterstützung von MitarbeiterInnen mit Kindern • Möglichkeiten der Heimarbeit
• Termine möglichst zu KiTa-Öffnungszeiten
• Job Sharing
2. Wirtschaft • internationale Erweiterung von Netzwerken
• Kooperation mit Schulen, um Studienmo-
  tivation zu fördernt
• Vermittlung von Studierenden in die regionale
  Wirtschaft
3. Kultur und
   Bildung
• Auslandaufenthalte im Studium fördern
• hochschulbasierte Freizeit-, Kultur- und
  Sportangebote entwickeln und erweitern
• Probenräume für Bands der Universität
• Hochschule als Weiterbildungszentrum
  etablieren
Familie in der Hochschule

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als beauftragtes Ministerium der Bundesregierung für die neuen Länder startete in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung und dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) den Wettbewerb "Familie in der Hochschule" (3/2007 bis 2/2010). Hochschulen in Deutschland waren aufgerufen, Projekte vorzuschlagen, die beispielhafte Praxis für Familie an der Hochschule entwickeln und in die Breite tragen. Für acht Hochschulen stehen für zwei Jahre jeweils bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wird Familienorientierung und Familienfreundlichkeit für die Hochschulen in Deutschland zu einem immer wichtigeren Argument im Wettbewerb um Studierende und wissenschaftliches Personal.

Das Programm "Familie in der Hochschule" will Hochschulen ermutigen, als Institution familienfreundlicher zu werden und entsprechende praktische Angebote zu entwickeln. Dabei geht es generell darum, an Hochschulen ein Klima zu schaffen, das die Vereinbarkeit von Studium, Ausbildung und Familiengründung verbessert. Hochschulen sind nicht nur Arbeits- und Ausbildungsstätten, sondern zugleich Lebensraum und für viele Jahre ein zentraler Ort in der Lebensplanung der Studierenden. Den Hochschulen kommt damit eine besondere Verantwortung zu: Familienfreundlichkeit an der Hochschule ist insbesondere für hoch qualifizierte Menschen und zukünftige Eltern eine wichtige Voraussetzung für ihre Lebensgestaltung. Doch Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden bislang bei der Familiengründung nur wenig Unterstützung und Zuspruch.

Eine hochrangig besetzte Jury zeichnete aus 62 eingegangenen Bewerbungen folgende Hochschulen im Februar 2008 für ihre hervorragenden Konzepte aus.

Die prämierten Hochschulen werden dabei unterstützt, ihre Angebote für Studierende und Lehrende mit Kindern weiter zu verbessern. "Die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit mit Familie wird zunehmend wichtiger für die Hochschulen (...) Familienfreundlichkeit ist also kein Wahlfach, sondern Pflichtprogramm für die Hochschulen", so der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesminister Wolfgang Tiefensee. Mittlerweile hat am 14.5.2008 in Berlin die Auftakttagung "Nicht ohne meine Familie! Mit Kindern an der Hochschule arbeiten und studieren" stattgefunden. Die ausgewählten acht Hochschulen werden in einem "Best-Practise-Club" zusammenarbeiten, und regelmäßig Tagungen, Vorträge, Praxisbesuche und Erfahrungsaustausch organisieren.

Das Land Brandenburg hat in Zusammenarbeit mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) das Projekt: "Kinder und Karriere - Frauen- und Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil für Hochschulen und außerhochschulische Forschungseinrichtungen in Brandenburg" aufgelegt (5/2007 bis 03/2008).

Studieren mit Kind

"Ein Studium mit Kind zu absolvieren ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit - für die studierenden Eltern nicht, für ihre kinderlosen Kommilitonen und Kommilitoninnen ebenso wenig wie für deren Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer. (..) der geringe Anteil Studierender mit Kind kann jedoch als Ausdruck und Folge von Bedingungen interpretiert werden, die eine Familiengründung während des Studiums nicht fördern und Eltern nicht ermutigen, im Studium zu verbleiben bzw. es (wieder) aufzunehmen" (Middendorff in Cornelißen 2007).

Ein Sonderbericht "Studieren(de) mit Kind" ist dem Schwerpunktthema der 18. Sozialerhebung gewidmet und wurde am 4. März 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dem Sonderbericht "Studieren mit Kind" können belastbare Aussagen über die spezifische Lebens- und Studiensituation der etwa 123.000 Studierenden, die ein Kind haben, gemacht werden.

Studierende mit Kind sind keine homogene Gruppe. Was man sicher sagen kann ist, dass:

Studierende mit Kind müssen Studium, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut bringen. Ihr Studium verläuft weniger reibungslos als das ihrer kinderlosen Mitstudierenden. Studierende mit Kind unterbrechen ihr Studium viermal häufiger als Studierende ohne Kind, Frauen häufiger als Männer. Die Unterbrechung dauert im Schnitt fünf Semester - das ist lang, das ist fast ein ganzes Bachelor-Studium! Weniger als zwei Drittel realisieren ein Vollzeitstudium; mehr als die Hälfte ist nebenher erwerbstätig. Die familiäre Arbeitsteilung folgt traditionellen, geschlechtsspezifischen Mustern: Die studierenden Mütter übernehmen stärker die Kinderbetreuung, die studierenden Väter gehen stärker arbeiten.

Folgende Ansatzpunkte sind wichtig, um mehr Familienfreundlichkeit in die Hochschulen zu transportieren:

  1. Mehr campusnahe, flexible Kinderbetreuungsangebote
  2. Studienfinanzierung
  3. Flexiblere Studienorganisation
  4. mehr Beratung

Der Sonderbericht zeigt, dass die hochschulpolitischen Akteure gefragt sind zu handeln, um die Rahmenbedingungen für ein Studium mit Kind umfassend zu verbessern.

Auf dem Weg zu einer familienfreundlichen Hochschule konnten folgende familienfördernde Maßnahmen bereits an Hochschulen in Deutschland realisiert werden:

An einigen Hochschulen in Deutschland gibt es spezielle Broschüren für Studierende mit Kind(ern). In diesen finden sich meist Informationen:


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Forschung und Aktivitäten mit dem Schwerpunkt "Studieren mit Kind"

Modellprojekt 1
Studieren und Forschen mit Kind
[www.studieren-und-forschen-mit-kind.de]

Dieses Modellprojekt ist eine Initiative der "hessenstiftung - Familie hat Zukunft" und wird unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Professor Uta Meier-Gräwe an der Justus-Liebig-Universität und der Fachhochschule Gießen-Friedberg durchgeführt. Die Dauer ist von November 2004 bis September 2008 angelegt. Das Ziel dieses Projektes ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium / wissenschaftlicher Karriere und Elternschaft.

Im Rahmen des Modellprojekts wurden 20 qualitative Interviews mit Eltern durchgeführt, so konnte ein umfassendes Bild über die Alltagsgestaltung dieser Zielgruppe gewonnen werden. Die Hauptergebnisse werden in der folgenden Übersicht dargestellt und erläutert.

  1. Es handelt sich bei studierenden Eltern nicht um eine homogene Gruppe: die Lebenssituationen innerhalb der Interviewstichprobe unterscheiden sich erheblich. Demgegenüber sind die Lebenssituationen der promovierenden Eltern untereinander deutlich ähnlicher.
  2. Die meisten befragten studierenden Eltern berichten von einer bescheidenen, aber gesicherten finanziellen Situation. Prekär ist die Finanzierung des Lebensunterhalts bei den alleinerziehenden studierenden Müttern, da ihre Einnahmen nicht über einen längeren Zeitraum abgesichert und planbar sind.
  3. Die Zeitorganisation der studierenden Eltern variiert beträchtlich und zwar in Abhängigkeit vom gewählten Studienfach. Die Studienfächer lassen sich in drei Gruppen einteilen: mit hoher, mittlerer und geringer zeitlicher Flexibilität. Bei der Abstimmung von Studien- und Kinderbetreu-ungszeiten lassen sich ebenfalls drei Grundmuster feststellen, die aber nur teilweise mit der Studienrichtung zusammenhängen, sondern auch mit den Ausmaß der Unterstützung in der Partnerschaft und den vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten. Fast alle studierenden Eltern geben zudem an, dass sie regelmäßig in den Abendstunden, teilweise bis spät in die Nacht arbeiten müssen, um zu lernen oder Veranstaltungen vor- und nachzubereiten.
  4. Die promovierenden Eltern haben neben ihrer Forschungsarbeit zusätzliche Verpflichtungen, die sich aus ihrer Arbeitsstelle ergeben. Ihr größtes Problem ist das Herstellen einer befriedigenden und bezahlbaren Betreuungssituation. Zudem ist bei ihnen die Größenordnung, in der die Partner jeweils zum Haushaltseinkommen beitragen, ein entscheidender Bestimmungsfaktor für die Organisation der Arbeitsteilung in der Partnerschaft.
  5. Alle studierenden und forschenden Eltern haben eine grundlegende Gemeinsamkeit: sie wollen und müssen ihren Alltag zwischen Studium, Promotion und Familie so strukturieren und gestalten, dass ihre Verantwortung für das Wohlergehen und gedeihliche Aufwachsen ihrer Kinder mit ihrem Ziel, ein Studium oder eine Promotion erfolgreich abzuschließen, kompatibel ist. Sie zeigen fast durchgehend eine hohe Leistungsbereitschaft, wollen aber auch gleichzeitig ihre Vorstellungen von einem guten Familienleben umsetzen können.

Am 6. November 2008 findet in der Justus-Liebig Universität in Gießen die Abschlusstagung zum Modellprojekt "Studieren und Forschen mit Kind" statt.

Modellprojekt 2
Kinder eingeplant? Lebensentwürfe Studierender und ihre Einstellung zum Studium mit Kind
[https://hisbus.his.de/hisbus/docs/hisbus-lebensentwuerfe.pdf]

"Obwohl die Befragung bereits im November/ Dezember 2002 stattfand, sprechen nicht zuletzt die (...) Stabilität (...) für die anhaltende Aktualität dieser Daten."

In dieser Befragung kamen folgende Ergebnisse heraus: Es gibt vier Gruppen von Studierenden:

Tab. 4: Einteilung der Studierenden in vier Gruppen
Art Merkmal
Maximalistisch auf alle erfragten Lebensziele ein ähnlich starkes Gewicht
31% der Befragten
Berufszentriert Aspekte des Berufs haben Vorrang vor privaten Zielen
29 % der Befragten
Familienzentriert Zielvorstellungen bei Frauen hääufiger als bei Männern
22% der Befragten
Hedonistisch wollen das Leben in vollen Zügen genießen und andere Ziele sind nicht so wichtig
18% der Befragten

Darüber hinaus ergab die Studie folgende Aspekte der Lebensplanung der Studierenden:

Die Studienphase wird von den Befragten aus folgenden Gründen als ungeeignet für Kinder empfunden:

Die Nachteile für Studierende mit Kind sind folgende:

Die Vorschläge zur Verbesserung der Situation könnten folgendermaßen aussehen:

Studierende, die sich den Kinderwunsch erfüllen, sollten nicht noch durch familienunfreundliche Bedingungen gehindert werden, eine Familie zu gründen. Ein hoher Anteil der Akademikerinnen verzichtet ganz auf Kinder. Die Gesellschaft muss sich mit den Ursachen dafür auseinandersetzen. Für bessere Bedingungen der Familiengründung sollte gesorgt werden.

Modellprojekt 3
FAST- Familiengründung im Studium

Das Projekt wird von der Landesstiftung Baden-Württemberg finanziert und wurde in der Zeit von Oktober 2003 bis Dezember 2006 durchgeführt. Mit der Durchführung beauftragt wurde das Sozialwissenschaftliche FrauenForschungsInstitut, der Kontaktstelle praxisorientierte Forschung an der Evangelischen Fachhochschule (SoFFI K.) in Freiburg. Der Kooperationspartner ist das Institut für Soziologie der Universität Freiburg. Zielgruppe der Untersuchung sind Studierende an Hochschulen in Baden-Württemberg, die während des Studiums Mütter oder Väter geworden sind oder die ein Kind bis zum Alter von drei Jahren zu versorgen haben.

Eine Zusammenfassung der qualitativen Ergebnisse:

Zu dem Thema Vereinbarkeit von Studium und Familie kamen folgende Ergebnisse heraus:

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass

die Wünsche und Forderungen studierender Eltern wiedergeben.


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Befragungen an Hochschulen

Die Hochschulen in Deutschland führen ebenfalls Umfragen durch, um die Familienfreundlichkeit von den Studierenden einschätzen zu lassen (Tab. 5).

Tab. 5: Übersicht über eine Auswahl von Befragungen zur Familienfördernden Hochschule
Hochschule Thema Zeitraum
Fachhochschule Koblenz (Institut für Bildungs- und Sozialmanagement) Zur aktuellen Situation der Kindertageseinrichtungen im Hochschulbereich
www.rheinahrcampus.de/fileadmin
/dokumente/ibus/ibus-dp_2-2005.pdf
Sommer 2005
Fachhochschule Coburg Familienfreundlichkeit der Fachhochschule Coburg November 2005
Humboldt Universität Berlin Studieren mit Kind
www.stuki-hu.de/Studieren_mit_
Kind_umfrageV%D6.pdf
Wintersemester 2002/2003
Friedrich-Schiller-Universität Jena Bedarf an Betreuungsangeboten für Kinder an der FSU Jena bis 31.12.2007

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Literatur

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Familie; FamilienForschung Baden-Württemberg (Hg) (2008): Zukunftstauglich: Familienfreundliche Hochschulen. Monitor Familienforschung. Ausgabe 14.

Cornelißen, W.; Fox, K. (Hg) (2007): Studieren mit Kind: Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft: Lebenssituationen, Maßnahmen und Handlungsperspektiven. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden

Deutsches Studentenwerk (Hg) (2008): Studentenwerke im Zahlenspiegel 2007/2008

Gerhard, U.; Knijn, T.; Weckwert, A. (Hg) (2003): Erwerbstätige Mütter- ein europäischer Vergleich. C.H.Beck, München

Meier, F. (2006): Mit Kind und Kegel: Kindheit und Familie im Wandel der Geschichte. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Meier-Gräwe, U. (2008): Modellprojekt "Studieren und Forschen mit Kind". Abschlussbericht - Kurzfassung. Justus-Liebig-Universität Giessen; hessenstiftung familie hat zukunft

Nexus-Abschlussbericht (2006): Implementierung familienfreundlicher Maßnahmen und Strategien in ostdeutschen Modellregionen mit stark rückläufiger Bevölkerungszahl: Hochschulen als Katalysator regionaler Entwicklung in Ostdeutschland. Nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung Berlin www.menschen-fuer-ostdeutschland.de/media/downloads/Abschlussbericht_Hochschule.pdf

Notz, P. (2001): Frauen, Manager, Paare. Wer managt die Familie? Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Führungskräften. Rainer Hampp Verlag, München und Mering

Schmidt,R.; Mohn,L. (Hg) (2001): Familie bringt Gewinn: Innovation durch Balance von Familie und Arbeits-welt. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Siemer, S. (Hg) (1996): Netzwerk Campus- Mütter: Eine Veröffentlichung anlässlich der 3. Akademie „Cam-pus- Mütter“, ein Buch für die Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft. InnoVatio-Verlag, Freiburg

Vedder, G. (Hg) (2004): Familiengerechte Hochschule: Analyse, Konzepte, Perspektiven. Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Frankfurt


Hier finden Sie die Druckversion des Einführungstextes (PDF).

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